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Ätiologie/Pathogenese:

Allgemein

Eine einheitliche Aussage ist nicht möglich; vielmehr ist von einm weiten Spektrum an Ursachen bzw. Assoziationen auszugehen Ätiologie der FOHA: Übersicht, welche sich in ihren pathoklinischen Auswirkungen überschneiden können.
Zum besseren Verständnis von Ätiologie und Pathogenese der FOHA sei erwähnt, daß ein Organ z.B. das Ovar sowohl primär, als auch sekundär beteiligt sein kann.

Die wesentlichen Ätiologievorstellungen der FOHA werden nun im folgenden genauer erläutert:

Primäre Formen der FOHA

- Genetische Ursachen

Die Biosynthese der wichtigsten ovariellen Sexulasteroide D 4-Androstendion, Testosteron, Östradiol und Progesteron Ovarielle Sexualsteroidbiosynthesekann auf vielfältige Weise gestört werden. Jüngere Untersuchungen (Lobo et al, 1996 Kurzreferenz Literatur FOHA, Franks et al, 1997Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA ) machen deutlich, daß genetisch bedingte intraovariellen Dysfunktionen Genetische Hinweise/Ursachen der FOHA:Übersicht der Thekazelle  Intraovarielle Enzymstörung (Thekazelle)Gendefekte bzw. Polymorphismen bei FOHAGene ohne Mutationsnachweis bei FOHA und auch der Granulosazelle Intraovarielle Enzymstörung (Granulosazelle)eine mögliche Rolle spielen, die auch erklärlich machen könnten, warum derzeitig angewandte Therapieprinzipien oftmals nicht die erhoffte kurative Wirkung zeigen s.a. Diagnose II.. Die Erhöhung der intraovariellen Androgenkonzentration kann zudem die Morphologhie des Ovars wesentlich beeinflussen Intraovarielle C19-Steroid-Effekte.
Die FOHA kann primär oder sekundär durch die höhere Anzahl an antralen Follikeln, durch eine höhere Anzahl an Thekazellen pro Follikel oder durch eine höhere Freisetzung an C19-Steroiden pro Thekazelle (Gilling-Smith et al, 1994 Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA) erklärt werden.

Die erhöhte Präsenz an klein-antralen Follikeln pro Ovar ist eines der wesentlichen morphologischen Charakteristika des meist mit der FOHA assoziierten PFO II-III0 (» "PCOS") PFO. Pathomorphologisch kann die FOHA in seltenen Fällen auch mit einer Hyperthekosis assoziiert sein. Übergänge zwischen PFO III0 und Hyperthekosis sind möglich.

- Störung im Insulin-like Growth Factor (IGF)-System

Neben den dominanten endokrinen Faktoren (Gonadotropine, Sexualsteroide) spielen zahlreiche Wachstums- und Differenzierungsfaktoren vor Ort für das Ovar (Geisthövel., 1992 Kurzreferenz Literatur FOHA) eine bedeutende Rolle. Diese nicht-gonadotropen, nicht-steroidalen Faktoren können die basalen Ovarialfunktionen, wie z.B. das follikuläre Rekruitment oder die Selektion des dominanten Follikels etc. wesentlich mit modulieren und bei pathologischen Prozessen wie bei der FOHA/PFO von Bedeutung sein. Sie können - zumindest theoretisch - primäre ovarielle Dysfunktionen hervorrufen, aber auch durch systemische Störfaktoren sekundär beeinflußt sein. Daß derartige primäre, intraovarielle, von der Gonadotropinachse unabhängige Faktoren evident sein müssen, läßt sich durch die klinische Erfahrung ableiten, daß oft eine jahrelange Suppression der Gonadotropinsekretion durch z.B. orale Kontrazeption keine wesentliche Veränderung der pathomorphologischen Komponente PFO mit sich bringt.

Am intensivsten ist das IGF-System für das menschliche Ovar (s.Rev. Geisthövel, 1992 Kurzreferenz Literatur FOHA; s.Rev. Giudice,1997 Kurzreferenz Literatur FOHA) untersucht worden: In Ebene B findet sich eine ausführliche Darstellung des Themas:

Physiologische IGF-Effekte am menschlichen Ovar Physiologische IGF-Effekte am menschlichen Ovar
IGF: Theka-Granulosa-Zell-Kompartment IGF: Theka-Granulosa-Zell-Kompartment
Insulin-, IGF I-Rezeptoren Insulin-, IGF I-Rezeptoren
IGF-Bindungsproteine IGF-Bindungsproteine
Zusammenfassung: Pathologie des IGF-Systems beim "PCOS" Zusammenfassung: Pathologie des IGF-Systems beim "PCOS"

Systemische Veränderungen des IGF-Systems beeinflussen auch die Wirkung des Wachstumhormons (human growth hormone, hGH). So kann bei Suppression der IGF-Bindungsproteine ein Hyposomatotropismus Hyposomatotropismus die Folge sein, der im Zusammenhang mit metabolischen Veränderungen z.B. Metabolisches Syndromsteht; postmenopasual spricht man auch von Somatopause, um darauf hinzuweisen, daß der Abfall des hGH mit dem Altern der Frau auch Mitursache des sog. Menopausalen Metabolischen Sydnroms Menopausalen Metabolischen Sydnrom sein kann.

- Störungen im Inhibine-, Activine-System

Inhibine und Activine sind Protein-Dimere der Transforming-Growth-Factor-b Familie. Durch Kombinationen der verschiedenen Untereinheiten sind zwei Inhibine A und B und drei Aktivine bekannt. Man nimmt an, daß ovarielle Inhibine die FSH-Sekretion bremsen und Activine diese steigern. Ihre die Follikelfunktion modulierenden Eigenschaften scheinen nicht nur auf endokrinen, sondern auch auf parakrine Interaktionen zu beruhen. Insgesamt scheinen die Effekte des Inhibine-Activine-Systems in der Pathogenese der FOHA von Bedeutung zu sein: Inhibine-Activine-Systeme Inhibine-Activine-Systeme

Sekundäre Formen der FOHA

- Adrenale funktionelle Hyperandrogenämie

Nach der Yen-Theorie (Yen, 1991Kurzreferenz Literatur FOHA ) kann durch eine Mehrsekretion des adrenalen DHEAS über eine Dysregulationsspirale von verschiedenen Zwischenstationen [ Fettgewebe, Konversion (Östronbildung­ ), Hypothalamus-Hypophyse (sek. LH/FSH­ )] eine sekundäre FOHA induziert werden. Es sei hier daraufhingewiesen, daß jede der konsekutiven Zwischenstationen auch als primäre Einstiegsstelle (z. B. Adipositas, Dysfunktion der hypothalamo-hypohysären Achse) gelten kann.

Adrenale Ätiologie Adrenale Ätiologie
Extraglanduläre Aromatisierung Extraglanduläre Aromatisierung
Sexualsteroid-Metabolismus: Fettgewebe Sexualsteroid-Metabolismus: Fettgewebe
Pathologische LH-PulsatilitätPathologische LH-Pulsatilität
Theka-Granulosa-Zell-Kompartment Theka-Granulosa-Zell-Kompartment

- Hypothalamisch-hypophysäre Funktionsstörung

Eine der wesentlichen Dysfunktion im Rahmen der FOHA ist die chronische, azyklische Anhebung des LH/FSH-Quotienten Pathologische LH-Pulsatilität (Arroyo et al, 1997 Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA ).

Es gibt Hinweise für eine intrinsische funktionell oder genetisch bedingte Störung des zentralen Dopaminmetabolismus Hypothalamisch-hypophysäre Funktionstörungen (s.Rev. Lobo,1996 Kurzreferenz Literatur FOHA ), der eine primär zentrale Ursache der LH/FSH-Erhöhung sein kann.

Von größerer Bedeutung sind wohl sekundäre LH-Anhebungen durch periphere endokrine Dysfunktionen, wie z.B. druch eine chronische Anhebung der zirkulatorischen Östronkonzentration Adrenale ÄtiologieSexualsteroid-Metabolismus im Fettgewebe (28)Schnittstelle Adipositas-FOHA. Wie auch immer verursacht, führt eine chronisch-azyklische LH-Übersekretion zur dominanten Stimulation des ovariellen Theka-Zell-Kompartments mit entsprechender sek. FOHA. Nochmals zusammengfaßt sind folgende Dysfunktionsbereiche, die in Ebene B erläutert werden, zu beachten:

Hypothalamo-hypophysäre Funktionsstörung Hypothalamo-hypophysäre Funktionsstörung
Extraglanduläre Aromatisierung Extraglanduläre Aromatisierung
Sexualsteroid-Metabolismus: Fettgewebe Sexualsteroid-Metabolismus: Fettgewebe
Pathologische LH-Pulsatilität Pathologische LH-Pulsatilität
Schnittstelle: Adipositas - FOHA Schnittstelle Adipositas-FOHA

- Sex hormone-binding globuline (SHBG); "Hypo-SHBG-ämie"

Das SHBG ist der wichtigste zirkulatorische Bindungsträger des Testosterons, das seine periphere Funktionen im wesentlichen nur in freier Form ausüben kann. Eine Senkung des SHBG geht konkordant mit einer Anhebung des freien, biologisch aktiven Testostoterons einher. Allein durch eine Senkung des SHBG kommt es zu einer systemischen Erhöhung der Androgenität. Insofern spielt das SHBG eine besondere Rolle als Androgenitätsdeterminante. Dieses Thema wird in Ebene B ausführlich dargestellt:

Physiologie des SHBG Physiologie des SHBG
Bindungscharakteristika von C19-/C18 -Steroiden und ihren Bindungsproteinen Bindungscharakteristika von C19-/C18 -Steroiden und ihren Bindungsproteinen
Folgen einer Hypo-SHBG-ämie Folgen einer Hypo-SHBG-ämie
Ursachen: Hypo-SHBG-ämie Ursachen: Hypo-SHBG-ämie Ursachen: Hypo-SHBG-ämie
Ursachen: Hyper-SHBG-ämie Ursachen: Hyper-SHBG-ämie Ursachen: Hyper-SHBG-ämie

- Hyperinsulinämie

Kurz soll auf die Physiologie des Glucose-Insulin-Stoffwechsels Glucose-Insulin-Stoffwechsels eingegangen werden. Nach der enteralen Hydrolyse von Disacchariden (durch Disaccharidasen) erfolgt die Aufnahme von Monosaccariden (Glucose, Fructose) in die Zirkulation. Bei der pankreatischen Perfusion wird der postprandiale Monosaccharidanstieg registriert, und es erfolgt die exophytische Freisetzung des Insulins aus der b -Zelle des Pankreas, wodurch die Glukohomöostase (Glykolyse, Glukose-uptake) wieder hergestellt wird.
Unter pathologischen Bedingungen, insbesondere im Rahmen einer peripheren Insulinresistenz, kann es (kompensatorisch) zur Hyperinsulinämie kommen. Seit bekannt geworden ist, daß die Hyperinsulinämie in der Genese der FOHA eine besondere Rolle spielt (Barbieri et al, 1988 Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA), ist die Auseinandersetzung mit dem Glucose- und Insulinmetabolismus im Rahmen der FOHA ein wichtiger Bestandteil wissenschaftlicher und klinischer Untersuchungen geworden Hyperinsulinämie - Thekazelldominanz (Geisthövel et al, 1994 Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA; Nestler et al, 1991Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA; Nestler und Jakubowicz, 1996 Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA). Insulin wirkt nahezu identisch wie IGF-I als Ko-Gonadotropin IGF: Theka-Granulosa-Zell-Kompartment , nur mit deutlich geringerer Effektivität als dieses am Theka-Granulosa-Zell-Kompartment. So nimmt man an, daß eine chronische, zirkulatorische Insulinanhebung zu einer Steigerung der thekalen Androgenbiosysnthese durch Aktivierung der P450c17a Ovarielle Sexualsteroidbiosynthese (Nestler und Jakubowicz, 1996 Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA) führt. Desweiteren beeinflußt Insulin in erheblichem Maße die hepatische Bindungsprotein-Synthese (z.B. IGFBP-1, SHBG, GHBP) Insulin - hepatische Bindungsproteinsynthese , wodurch die systemische Androgenität eine deutliche Steigerung erfährt (Nestler et al, 1991Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA ).
Zudem scheint die Hyperinsulinämie auch an der Genese des Hyposomatotropismus Hyposomatotropismus durch die Suppression der hepatischen IGF-BP 1 Sekretion und der Hyper-, Dyslipidämie Ursachen: sekundäre Hyper-, Dyslipidämiebeteiligt zu sein. Die Effekte des Insulins am Ovar werden durch ortsständige Insulinrezeptoren, aber auch durch die homologen IGF-I-Rezeptoren Insulin-, IGF I-Rezeptorenvermittelt (s. Rev. Geisthövel et al, 1992 Kurzreferenz Literatur FOHA).

Die Insulinresistenz beim PCOS scheint selektiv nur das Fettgewebe und den Skelettmuskel bzw. den Glukosetransport und die Glykolyse zu betreffen (Peiris et al, 1989 Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA ); diese selektiven Unterschiede könnten auch erklären, warum die Hyperinsulinämie trotz der zugrundeliegenden Insulinresistenz dennoch Störungen auf ovarieller (Androgensekretion­ ) und hepatischer (SHBG-Sekretion¯ , IGF-BP-Sekretion¯ ) Ebene Effekte der Hyperinsulinämie induzieren kann. Die Ursachen der Hyperinsulinämie - Insulinresistenz Ursachen: Hyperinsulinämie - Insulinresistenz sind vielfältig; für den Gynäkologen sind in diesem Zusammenhang

physiologische Formen im Rahmen der:
  • Pubertät
  • Schwangerschaft und im
  • fortgeschrittenen Alter
von pathologischen zu unterscheiden bei:
  • Adipositas
  • Non-insulin dependent diabetes mellitus (NIDDM=Typ II Diabetes) und bei der
  • FOHA.
Zur weiteren Vertiefung des Verständnisses zur Ätiologie der Hyperinsulinämie wird daraufhingewiesen, daß die Hyperinsulinämie primär im Rahmen einer genetisch bedingten pankreatischen Übersekretion Gendefekte bzw. Polymorphismen bei FOHA oder kompensatorisch-sekundär im Rahmen einer peripheren Insulinresistenz Ursachen: Hyperinsulinämie - Insulinresistenz hervorgerufen sein kann.

- Adipositas

Schon seit der Erstbeschreibung durch Stein und Leventhal (Stein und Leventhal, 1935 Kurzreferenz Literatur FOHA) ist die Assoziation von Adipositas, kutaner, androgenisierender Symptomatik und "polyzystischen Ovarien" bekannt. Dies ist gerade in jüngster Zeit von zunehmender Bedeutung, da die Adipositas weltweit zahlenmäßig ansteigt, so daß sogar von einer epidemischen Ausbreitung gesprochen wird (Bouchard, 1991 Kurzreferenz Literatur FOHA ). Als Ursachenkomplex wird die weltweite Verwestlichung (besonders: Amerikanisierung) des Lebensstils angesehen mit einer ständigen Zunahme des Fettanteils in der Nahrung Zunahme des Fettanteils in der Nahrung und einer immer häufiger zu beobachtenden körperlichen Immobilität Kindliche Adipositas in Abhängigkeit vom familiären Umfeld, die bereits in der Kindheit Immobilität in der Kindheit festzustellen ist; auch durch den Einfluss des familliären Umfelds zusammen mit genetischen Komponenten ergibt sich, dass bei Kindern eine positive Korelation der Adipositas-Prävalenz und des Body Mass Index (BMI) mit dem BMI der Eltern Kindliche Adipositas in Abhängigkeit vom familiären Umfeld besteht; weiterhin scheint auch der Grad der schulischen Ausbildung Kindliche Adipositas in Abhängigkeit vom familiären Umfeldeine Rolle zu spielen. Man nimmt an (s. Bouchard, 1991 Kurzreferenz Literatur FOHA), daß ca 36% der Frauen in Nordamerika Übergewicht und Adipositas haben und daß 25 bis 50% der erwachsenen amerikanischen Bevölkerung versuchen abzunehmen oder diätetische Maßnahmen ergriffen haben. Die chronische Adipositas muß in die Reihe der Eßstörungen Eßstörungen (44) eingeordnet werden. Multifaktoriell verursacht Apositas-Ursachen: Übersicht stellt sie sich in zahlreichen heterogenen Phänotypen mit einem weiten Spektrum klinischer Symptome dar, das von gesunden, fertilen und höchstens kosmetisch beeinträchtigten Frauen bis zu einem schwerwiegenden, endokrin-metabolischen, mitunter das gesamte Leben bestimmenden Adipositassyndrom Adipositassyndrom der Frau: eine lebenslange ErkrankungAdipositassyndrom der Frau: Assoziation mit FOHA und Metabolischem Syndrom reicht.
Definierte mit Adipositas assoziierte Erkrankungen, die durch die Mutation eines einzelnen Gens Single gene disordersverursacht sind, stellen die Ausnahme dar und fallen mehr in den Aufgabenbereich des Pädiaters und Internisten.
Man geht eher davon aus, daß in der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Krankheitsbilder oligo- oder polygenetische Störungen Kanditaten-Gene mit anderen Faktoren, z.B. Dysfunktionen der Nahrungs- und ErnergieregulationNahrungs- und Ernergieregulation(z.B. im Rahmen einer Hyperleptinämie) interagieren; diese verschiedenen Faktoren können dann innerhalb eines gestörter Regelkreises gestörter Regelkreises mit somatischer Inaktivität, gestörtem Eßverhalten und Depressionen dann zur phänotypischen Ausprägung der Adipositas führen.
Im Fettgewebe besteht ein großes Aromatasepotential Extraglanduläre AromatisierungSexualsteroid-Metabolismus: Fettgewebe, welches die Umwandlung von Androgenen und schwach androgen wirksamen Androgenpräkursoren in Östrogene (Östron, E1) ermöglicht. Hieraus resultiert eine chronische Stimulation der Gonadotropin releasing hormone (GnRH) -abhängigen hypophysären LH-Sekretion, welche wiederum eine vermehrte Stimulation des ovariellen Theka-Kompartimentes Theka-Granulosa-Zell-Kompartment mit verstärkter Androgenproduktion bewirkt. Dies ist eine der Schnittstellen zwischen Adipositas und FOHA Schnittstelle Adipositas-FOHA.
Außerdem ist die Adipositas mit einer Abnahme der Insulinsensitivität und konsekutiv mit einer Hyperinsulinämie (s.o.) sowie mit einem Hyposomatotropismus Hyposomatotropismus und einer Hypo-SHBG-ämie Ursachen: Hypo-SHBG-ämieassoziiert, weitere Schnittstellen zwischen Adipositas und FOHA Ätiologie der FOHA: Übersicht.
Von besonderer Bedeutung ist, daß die Adipositas über die schon genannten Störformen hinaus in ein Netzwerk schwerwiegender Komorbiditäsfaktoren eingebunden sein kann, wozu auch das sog. Metabolische Syndrom Metabolische Syndrom zählt, das ein hohes Risiko für eine Mikro-, Makroangiopathie und und letztlich für die Koronare Herzkrankheit KHK darstellt. Dies ist von besonderer Bedeutung, wenn die Adipositas seit Kindheit besteht und einen lebenslangen Prozeß darstellt Adipositassyndrom der Frau: eine lebenslange ErkrankungAdipositassyndrom der Frau: Assoziation mit FOHA und Metabolischem Syndrom. Durch die schon erwähnten Schnittstellen zwischen Adipositas und FOHA kann auch diese mit einem Risiko für die KHK assoziiert sein Verbindungsbrücke

Differentialdiagnostisch müssen noch die schweren, genetisch bedingten, häufig mit Fehlbildung einhergehenden Adipositassyndrome DD genetisch bedingte Adipositassyndrome abgegrenzt werden.

- Genetische Ursachen

Wie schon mehrfach erwähnt wird für die phänotypische Expression der FOHA und assoziierter Störungen bereits eine Reihe genetisch bedingter Dysfunktionen Genetische Hinweise/Ursachen der FOHA:Übersicht verantwortlich gemacht. Oligo-, polygenetische Ätiologie in Kombination mit anderen nicht-genetisch bedingten Faktoren (z.B. Ernährung, Umwelt) sind anzunehmen. Es sind schon eine ganze Reihe an Studien durchgeführt worden; so fanden sich verschiedene Gendefekte bzw. Polymorphismen bei FOHA ; bei den Untersuchungen fanden sich aber auch: Gene ohne Mutationsnachweis bei FOHA Gene ohne Mutationsnachweis bei FOHA.
Von großer Bedeutung ist es zu verstehen, daß unterschiedliche Ursachen phänotypisch ähnliche klinische Ausdrucksbilder induzieren: so findet sich eine FOHA auf dem Boden einer polyfollikulären Ovarstruktur PFO sowohl bei intraovariellen, genetisch verursachten Enzymstörungen  Intraovarielle Enzymstörung (Thekazelle)Intraovarielle Enzymstörung (Granulosazelle) als auch bei systemischen Dysfunktionen, z.B. durch Hyperinsulinämie Hyperinsulinämie - Thekazelldominanz infolge einer z.B. fehlernährungsbedingten Adipositas. Umso mehr können Kombinationen solcher Dysfunktionen zum Erscheinungsbild der FOHA führen. Oftmals sind Ursache und Wirkung nicht auseinanderzuhalten. Weiterhin ist zu verstehen, daß die o.g. komplexen intraovariellen Dysregulationsmeachnismen Ätiologie der FOHA: Übersicht unabhängig vom Gonadotropinstimulus wirksam und daher therapeutisch schwer beeinflußbar sind s.a. Diagnose III.

Verstärkte kutane Androgenwirkung: Aktivtätserhöhung der 5a -Reduktasen

An dieser Stelle sollte noch die Aktivitöätserhöhung der 5a -Reduktasen Erwähnung finden, die ätiologisch eigentlich nicht der FOHA zuzuordnen ist (s.aber unten!), jedoch vom klinischen Standpunkt aus gesehen nicht von der FOHA zutrennen ist; daher sei sie hier kurz erwähnt.
Die zu den androgen-abhängigen Störungen zählende "Idiopathische" androgenisierende Symptomatik kann durch eine Aktivitätsanhebung der intraepidermalen 5a - Reduktasen Typ I und Typ II Charakteristika der menschlichen 5a -Reduktase-Isoenzyme bedingt sein, spezifische Enzyme, die das zirkulierende Testosteron in das androgenetisch aktivste C19-Steroid, das Dihydrostestosteron Wirkungshierarchie der C19-Steroide umwandeln, das sich an den spezifischen Androgen-Rezeptor des Erfolgsorgans bindet. Der Typ I scheint mehr in den Talgdrüsen (Akne) und der Typ II scheint mehr in den Haarfollikeln (Hirsutismus, Alopezie) lokalisiert zu sein (Rittmaster, 1995 Kurzreferenz Literatur FOHA). Bei dieser rein intraepidermal lokalisierten Störung fehlen systemische Dysfunktionen. Der Begriff "idiopathisch" ergibt sich, da unter klinischen Bedinungen eine Diagnostik der intrakutanen 5a -Redukatse-Aktivität nicht durchgeführt werden kann.
Selbst schwerer Hirsutismus kann ein rein lokales, letzendlich kosmetisches Symptom sein!

Es muß aber daraufhingewiesen werden, daß möglicherweise auch im Ovar 5a - Reduktasen wirksam sind Intraovarielle Enzymstörung (Granulosazelle)s.a. Diagnose III, wodurch sich evt. auch Therapieindikationen für die FOHA ergeben Finasterid.

 

Hyperandrogenismus: Systematisierung

In dem folgenden Schema wird der Stellenwert der FOHA/PFO II°-III° innerhalb des Hyperandrogenismus der Frau dargestellt:

Vorschlag zur Systematisierung der Begriffsbestimmungen

Vorschlag zur Systematisierung der Begriffsbestimmungen

Legende:* FAHA: funktionelle adrenale Hyperandrogenämie; 5a -R: 5a -Redukatse Aktivitäts-Erhöhung; KAS: kutane androgenisierende Symptomatik; AN: Acantosis nigricans; Med.: anabol-androgenisierende Medikamente; Sertoliz.-T: Sertolizell-Tumor; S.-L.z.-T: Sertoli-Leydigzell-Mischtumor.

 

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