| Klinisch |
| Infolgedessen
bleiben ca. 30% der Triglyceride aus der Nahrung
unverdaut, werden nicht resorbiert und mit dem Stuhl
ausgeschieden (Diagramm oben rechts). Orlistat hat keine
oder nur geringe Wirkung auf andere Enzyme, so daß die
Hydrolyse und Resoprtion von Kohlenhydraten, Eiweißen
oder Phospholipiden nicht beeinflußt werden. Der Anteil
des im Stuhl ausgeschiedenen Nahrungsfetts von ca. 30%
ändert sich nicht durch seine Menge in der Nahrung, mit
zunehmender Fettmenge erhöht sich damit auch der
Fettgehalt im Stuhl. Durch Verminderung der Aufnahme von
FFA, die dann letztlich in Form von Triglyceriden in der
Fettzelle gespeichert werden, kommt es zur Reduzierung
des Körpergewichts (Diagramm unten rechts). |
| Zu
erwähnen ist, daß durch Orlistat die
Nüchterninsulinspiegel um 21 pmol/l (vs. Kontrollegruppe
6.61 pmol/l) und die LDL-Konzentrationen um ca 11% (vs.
der Pacebogruppe 2.4%) gesenkt werden. Insofern sind
sicherlich auch Untersuchungen bei adipösen Patientinnen
mit sek. FOHA bei prim- Hyperinsulinämie sinnvoll. |
| Pharmakokinetik |
| Die
enterale Resorption von Orlistat ist gering; die
systemischen Konzentrationen von Orlistat machen weniger
als 1% der Gesamtdosis aus; signifikante Wirkung auf
systemische Lipasen sind nicht nachzuweisen; die
minimalen Konzentrationen von zwei nachgewiesen
Metaboliten gelten als pharmakologisch unwirksam. Eine
orale Dosis von Orlistat wird nahezu vollständig (» 97%) im
Stuhl eliminiert; davon werden 83% als unverändertes
Xenical ausgeschieden. |
| Pharmakodynamik |
| Orlistat
wird mit den Mahlzeiten eingenommen; die pharmokologische
Wirkung entfaltet sich über einen Zeitraum von bis zu 1
Stunde nach Einnahme einer Mahlzeit; danach kommt es zu
einer raschen Normalisierung der physiolgischen
Fettresorption. |
| Nebenwirkungen |
| Die (schon
oben erwähnten) Nebenwirkungen beziehen sich
auschließlich auf den Magen-Darm-Trakt. Tenesmen und
Diarrhöen mit Fettstühlen sind abhängig von der
aufgenommen Fettmenge und reversibel, wenn die
zugeführte Fettmenge reduziert wird. |
| Eine
2-jährige Behandlung mit Orlistat führte nur zu
geringförmigen Veränderungen der Vitaminspiegel, deren
Mittelwerte alle im Normbereich blieben. |
| Während
der Behandlung mit Orlistat werden keine Auswirkungen auf
den Calcium- und Knochenstoffwechsel festgestellt,
abgesehen von einer leichten Abnahme des
Vit-D-Stoffwechsels (25-OH-D). In bisher kleinen
diesbezüglich untersuichten Patientengruppen fanden sich
kein Hinweise für eine Zunahme des Knochenumsatzes bzw.
keine Abnahme der Knochenmasse. |
| Die
Prothrombinzeit, ein indirektes Maß für die die
Vitamin-K-Aktivität, blieb während des gesamten
Studienzeitraums unverändert. |
| Arzneimittelwechselwirkungen: |
| Bisher
wurden keine klinisch signifikanten Wechselwirkungen mit
Arzneimitteln, die bevorzugt von Adipösen eingenommen
werden festgestellt. Eine additive lipidsenknde Wirkung
wurde bei der kombinierten Behandlung von Orlistat und
Pravastatin festgestellt. |
| Schwangersschaft |
| Befunde
liegen nicht vor: Daher sollte Orlistat in der
Schwangerschaft nicht gegeben werden. |
| Stillzeit |
| Befunde
liegen nicht vor: Daher sollte Orlistat in der
Schwangerschaft nicht gegeben werden. |
| Kommentar zur FOHA |
| Es sollte
aber daraufhingewiesen werden, daß die Behandlung mit
einem Anit-Adipositum wie Orlistat nur sinnvoll mit der
gleichzeitigen Verbesserung des Ernährungsstils ist. Vor
allem ist eine Fettreduktion in der Nahrung notwendig, da
anderenfalls bei der Einnahme von Orlistat Tenesmen und
Durchfälle drohen, die bis zur rektalen Inkontinenz
führen können. Daher ist in der o.g. Studie (Diagramm
unten rechts) die Kontrolle eine diätbehandelte Gruppe,
die mit einer diätbehandelten Verumgruppe verglichen
wird. Die Kontrollgruppe nimmt im Mittel um 6 % und die
Verum-, Diätgruppe im Mittel um 10 % ab. Daraus ergibt
sich, daß der Nettoeffekt von Orlistat ca. 4 % ist! |
Bezogen auf die adipöse
Patientin mit FOHA liegen noch keinerlei
Therapieleitlinien vor: insbesondere sind die Endpunkte
(Verbesserung der grundlegenden Störung nach Reduzierung
des Körpergewichts durch Orlistat) noch gar nicht
untersucht. Es gibt sich die Frage, ob die Patientin
gleich ein solches Medikament einnehmen oder erst nach
erfolgter bzw. nicht geglückter Gewichtsabnahme Orlistat
einnehmen soll. Hier sind sicherlich noch ausgiebige
Studien notwendig. siehe:
Silbutramine . |