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Einleitung

· Allgemein:

Die Funktionelle ovarielle Hyperandrogenämie (FOHA) ist Ausdruck androgenisierender Störungen unterschiedlicher Ätiologie und Pathogenese, wobei primär-ovarielle Dysfunktionen von sekundären unterschieden werden müssen, die adrenale, hypothalamo-hypophysäre, hepatische, thyreoidale, pankreatische, im Fettgewebe lokalisierte, umweltbedingte, genetische, psychosomatische und andere assoziierte Faktoren umfassen. Aus gynäkologischer Sicht, insbesondere bei der Betrachtung der Adoleszenz und der fortpflanzungsfähigen Phase der Frau, nimmt das Ovar eine zentrale Rolle eine. Insofern stellt in diesem Kontext die FOHA das zentrale Symptom dar. Die FOHA ist konsekutiv auch Ursache kutaner Androgenisierungserscheinungen, die ätiologisch aber von den primären, verstärkten, peripheren (im wesentlichen: kutanen) androgenisierenden Störungen zu trennen sind.
Der Begriff "Polyz(c)ystisches Ovar Syndrom (PCOS)" wird weitgehend verlassen, da die Bezeichnung "zystisch" falsch ist, und mit diesem Begriff das pathomorphologische Geschehen der Ovarien als eines von zahlreichen Symptomen eine zu dominate Rolle erhalten hat (vgl.: unter "Codierungen").
Die Symptomatologie der mit der FOHA assoziierten oder durch sie verursachten Dysfunktionen reicht von der leichten Akne, einem mehr kosmetischen, oft auch passageren Problem, über ausgeprägte kutane androgenisierende Symptome, Zyklusstörungen und Infertilität bis hin zu einem schweren endokrinologisch-metabolischen Krankheitsprozeß bei chronisch bestehender Adipositas. Die FOHA kann bereits in der präpuberalen Phase mit Manifestation in der Menarche initiiert werden und sich über die gesamte fortpflanzungsfähige Phase erstrecken. In Verbindung mit einer metabolisch dysorientierten chronischen Adipositas kann die FOHA Auswirkungen bis in die Menopause haben.
Zur Diagnostestellung sind eine gezielte Anamneseerhebung, eine exakte Ganzkörper-Untersuchung, die vaginalsonographische Visualisierung des inneren Genitales (insbesondere der Ovarien) und eine der Situation angepaßte Labordiagnostik erforderlich. Die Zielsetzung dieses Findungsweges besteht darin zu explorieren, welche Organe beteiligt und welche möglichen Interaktionen generiert sind, um genauere Vorstellungen über Ätiologie und Pathogenese zu erhalten. Daraus können - unter Berücksichtigung der individuellen Situation der Patientin - die entsprechenden therapeutischen Entscheidungen getroffen werden.
Therapeutisch steht die Einschränkung der peripheren und systemischen Androgenität sowie die Korrektur der metabolischen Störungen unter Einbeziehung des psychosozialem Status der Patientin im Vordergrund.
Fragen zur Infertilität bei der FOHA werden in den Qualitätsmanagement-Handbüchern, Teil II (Fortpflanzungsmedizin) und III (Assistierte Fortpflanzung) bearbeitet.

· Codierungen(ICD 9):

Adipositas 278.0
Adrenogenitale Störungen 255.2
Alopezie 704.0
Akne 706.1
Diabetes 250.0
Hirsutismus 704.1
Sonstige Formen des Hyperinsulinismus 251.1
Polyzystisches Ovarium 256.4
Sonstige Störungen der Hypophyse 253.8

(vgl.: unter "Definition")

· Begriffsbestimmung

Seit der Erstdarstellung durch Stein und Leventhal (1935 Kurzreferenz Literatur FOHA ) haben mehrere alternative Bezeichnungen der mit FOHA einhergehenden Störungen in der Literatur Eingang gefunden Begriffsbestimmungen :

Stein-Leventhal-Syndrom (Stein und Leventhal, 1935 Kurzreferenz Literatur FOHA )
Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS)

Histologisches Bild Histologisches Bild
Schema: Ovulation/ polymikrofollikuläre Reaktion Schema: Ovulation/ polymikrofollikuläre Reaktion
Morphologisches Korrelat Morphologisches Korrelat
Ultraschallbild PFO IIIO
Ultraschallbild PFO IIIO

PCO-like ovaries

Poylcystic-appearing ovaries (Lobo, 1995 Kurzreferenz Literatur FOHA )

Polyfollikuläres Ovar (PFO) PFO (Geisthövel, 1997 Kurzreferenz Literatur FOHA )

Hyperthekosis (s.Rev. Leidenberger,1997 Kurzreferenz Literatur FOHA )

Hyperandrogenämie

Hypertestosteronämie

Hyperandogenämie (HA)-Insulinresistenz (IR) (HAIR)-Syndrom (s. Rev. Barbieri et at, 1988 Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA )

HAIR-Acanthosis nigricans (AN) (HAIR-AN)-Syndrom (Barbieri et al, 1988 Kurzreferenz Literatur FOHAAbstract Langfassung Literatur FOHA )

Im weiteren Text werden die Begriffe "FOHA" und "Polyfollikuläres Ovar" ( s.u. PFO PFO ) bevorzugt, Begründungen für diese bevorzugte Verwendung werden an verschiedenen Stellen im Text gegeben.

 

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